Kunst schaffen - Klima schützen
Wege zu mehr Nachhaltigkeit

UMWELTFREUNDLICH MALEN UND DRUCKEN - WIE GEHT DAS?

Hier finden Sie eine Reihe von Tipps und Tricks für mehr Umwelt- und Klimaschutz
in Ihrem Atelier oder Ihrer Druckwerkstatt: Mit diesen simplen, aber effektiven
Maßnahmen können Sie Ihren CO2-Fußabdruck minimieren
und weniger "Ateliermüll" produzieren.

Gerne dürfen Sie diese Informationen auch teilen, weitergeben und hierher verlinken.
Wenn Sie zusätzliche Tipps, praktische Ideen und Anmerkungen haben, freue ich mich
auf eine Nachricht unter jreich(at)freenet.de und nehme sie hier gerne auf!



ENERGIE
Ökostrom beziehen - oder endlich auf Ökostrom umsteigen!
Eventuell ein Solarladegerät benutzen (für Handys, Kleingeräte etc.).
Strom sparen: Licht nach Verlassen des Raums konsequent ausschalten;
ausgediente Glühbirnen durch Energiesparlampen / LED ersetzen;
nicht benötigte Geräte wie z.B. PC, Drucker, Wärmeplatten, elektrische Druckpressen,
Untertischboiler nur bei Bedarf einschalten;
bei Neuanschaffungenauf den Stromverbrauch achten;
Maschinen nach Gebrauch und bei Abwesenheit ausschalten;
Standby vermeiden;
Steckdosenleisten mit Master-Schalter benutzen
Heizung: auf regenerative Energieträger umrüsten,
möglichst nicht mit fossilen Brennstoffe wie Heizöl, Kohle, Erdgas heizen
Heizenergie und Heizkosten sparen:
kurz stoßlüften statt Fenster stundenlang gekippt lassen,
bei Abwesenheit Heizungs-Thermostat herunterdrehen oder ganz ausschalten,
zugige Fenster und Türen abdichten, einen dicken Pullover anziehen

VERKEHR UND TRANSPORT
z.B. zu Messen / Ausstellungen / Terminen:
Das Auto stehenlassen - statt dessen möglichst viel
zu Fuß gehen, mit dem Rad fahren, ÖPNV benutzen
(Zug, Bus, Tram, U-Bahn, S-Bahn)
Wenn's nicht ohne Auto geht:
Carsharing, Fahrgemeinschaften bilden und Mitfahrer vermitteln,
Kunden und Besucher von Ausstellungen dazu animieren, mit dem ÖPNV zu kommen,
bei Großveranstaltungen Shuttles / Abholung vom Bahnhof anbieten,
und Transporte bündeln (z.B. zu Gruppenausstellungen, Messen)
Einladungen zu Veranstaltungen (Flyer, Plakate, Website, Mailing etc.)
mit einem Hinweis versehen, wie sie mit ÖPNV erreichbar sind;
Lange Wege vermeiden, kurze Wege bevorzugen:
öfter lokal und regional ausstellen, sich vernetzen,
wenn möglich Telefon - oder Videokonferenzen statt Meetings

IHR CO2-FUSSABDRUCK
Kompensieren Sie den CO2-Ausstoß Ihrer Aktivitäten, z.B. bei Atmosfair.
Solche Spenden sind auch steuerlich absetzbar!
Bei Post & Einladungen: beim Versand auf CO2-Neutralität achten, z.B. mit "go green"

VERNISSAGEN, AUSSTELLUNGEN, VERANSTALTUNGEN
Kein Einwegmaterial wie Einweggeschirr/-besteck, Pappbecher etc. benutzen,
bei größeren Veranstaltungen die Leihservices ("Geschirrmobil") der Kommunen nutzen,
Getränke in Mehrweg-/Pfandflaschen,
Catering nach Möglichkeit bio / regional einkaufen
Tischdecken, Servietten, Handtücher aus Stoff
(waschbar und wiederverwendbar) statt aus Papier,
anfallenden Müll korrekt und gründlich trennen
(Biomüll, Papier, gelber Sack, Altglas, Restmüll, etc. - siehe unten)

ANSCHAFFUNGEN: BRAUCHEN SIE DAS WIRKLICH?
Bevor Sie Geld für neues Material oder Geräte ausgeben, die unter
Aufwendung von Energie und Ressourcen hergestellt und transportiert werden
müssen, sollte die erste Frage vor jeder Neuanschaffung lauten:
Brauche ich das wirklich? Geht's auch anders - oder ganz ohne?

NICHTS VERKOMMEN LASSEN
Erst vorhandenes altes Material komplett verbrauchen - bevor die Farben
eintrocknen, die Linolplatten hart werden, oder das Papier vergilbt.
Die noch brauchbaren Rückseiten von Papierbögen, Fehldrucken, Folien,
Kartons, Kupferplatten, Holz-Druckstöcken etc. verwenden.
Bei "Atelier-Fails": Wenn Bilder, Objekte oder Plastiken mal missraten sind,
könnten Sie versuchen, Materialien wie Metall, Ton, Wachs zu recyceln,
oder die Leinwand umarbeiten / übermalen / neu grundieren,
mindestens den Keilrahmen retten und neu bespannen,
und Fehldrucke zu Collagen o.ä. verarbeiten...

AUSLEIHEN, TEILEN, TAUSCHEN
Von Bohrmaschinen, Akkuschrauber und Werkzeug, über Wechselrahmen,
bis hin zu Druckpressen, Brennöfen, Lieferwägen:
mit Kollegen teilen, tauschen, gemeinsam benutzen,
lokale Tauschbörse einrichten,
Aushang am Schwarzen Brett in Ateliergemeinschaften, Kunstakademie, Kunstverein, Fachgeschäft...

SECONDHAND
Kleine und große Möbel
wie Regale, Tische, Stühle, Rollwägen, Sackkarren,
Papierschränke etc. bekommt man günstig - manchmal sogar kostenlos -
aus Firmenauflösungen, auf dem Wertstoffhof (z.B. Sperrmüll / Altholz),
oder auf Flohmärkten, im Caritas-Kaufhaus / Trödelladen (div. Nützliches und Geschirr),
oder bei Haushaltsauflösungen.
Spezielle Utensilien
wie Druckpressen, Walzen, Ätzwannen, Staffeleien etc.
sind oft günstig gebraucht erhältlich - von Kollegen,
aus Nachlässen von Kollegen, oder über Schwarze Bretter
in Kunstverein / Atelierhaus / Museum / VHS, auf ebay,
in den Annoncen von Fachpublikationen…

QUALITÄT LOHNT SICH
Wenn der Neukauf tatsächlich unvermeidbar ist, lohnt es sich durchaus,
umweltfreundlichere und möglichst nachhaltige Varianten zu recherchieren.
Bei der Anschaffung, v.a. von Geräten, sollten Sie auf folgende Kriterien achten:
- Ressourcen- und energiesparende Herstellung,
- Verwendung z.B. von Holz statt Plastik,
- Verwendung von recyceltem Material (Altpapier statt neuem Papier, etc.)
- Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards
in der Produktion und entlang der Lieferkette.
- Leichte Bedienbarkeit,
- Robustheit, Strapazierfähigkeit, Langlebigkeit,
- Ersatzteilverfügbarkeit
- und dass sich die Dinge überhaupt reparieren lassen!

WARTUNG UND REPARATUREN
Sämtliche Geräte in Werkstatt und Atelier sollten
regelmäßig inspiziert und gewartet werden.
Das dient der Betriebssicherheit (v.a. bei Elektrogeräten) und spart Kosten.
Weiter sollte man zunächst versuchen, alles zu reparieren, was irgendwie möglich ist.
Dabei lernt man nicht nur eine Menge, sondern spart auch Ressourcen und Geld.
Buchtipp: Wolfgang M. Heckl - Die Kultur der Reparatur, München: Hanser 2013, z.B. gebraucht bei ZVAB
PS - ein Stückchen Gaffatape wirkt oft Wunder! :)

DREI BEISPIELE FÜR LOHNENDE QUALITÄT
An guten Wechselrahmen hat man jahrzehntelang Freude.
Meine Rahmen halten seit mittlerweile über 20 Jahren, sind auch dank der
mitgelieferten Trabsportverpackung praktisch unverwüstlich und sehr einfach zu handhaben.
Die etwas höheren Anschaffungskosten im Vergleich zu Billigrahmen
haben sich mehr als gelohnt.
Bei der Bildaufhängung ermöglichen professionelle Galerieschienen,
robuste Schnüre und gute Haken stets neue Präsentationsformen an verschiedenen Orten.
Sie lassen sich immer wieder neu kombinieren und bei Bedarf erweitern.
Plus: Keine Mühsal mit Hammer und Nägeln, mit Bohrer,
Dübeln, und Schrauben, keine Krater in den Wänden, Spachtelmasse und Dreck…
Für Pinsel und analog auch für anderes Material gilt:
Gute Pinsel erleichtern das Malen ungemein und halten bei richtiger Pflege viele Jahre lang.
Also lieber gezielt in wenige, aber hochwertige Materialien investieren
und alles gut pflegen, als Geld für billigen Schrott auszugeben,
der von Anfang an Ärger macht und nicht lange hält.

MATERIALPFLEGE
Sorgsamer Umgang mit Material lohnt sich immer - es hält länger,
man verbraucht weniger und spart somit bares Geld, Ressourcen und Nerven.
Pinsel immer umgehend nach Gebrauch gründlich und schonend reinigen,
vorsichtig in Form bringen, in einem Glas stehend mit der Spitze nach oben (!!!)
oder an der Leine hängend trocknen.
Stark strapazierte Pinsel sind trotzdem noch nützlich - beim Kleinkindermalen,
zum Auftragen von Abdecklack, beim Ätzen von Druckplatten etc.
Farbtuben und sonstige Behälter mit dem Öffnungsdatum beschriften; das hilft zu erkennen,
was als erstes verbraucht werden muss oder zu verderben droht.
Festsitzende Deckel, z.B. bei Ölfarben, eine Zeitlang in heißem Wasser einweichen,
so dass sie sich lösen, oder die Tube kurz auf die Wärmeplatte legen.
Notfalls hilft eine Zange oder ein Nussknacker.
Undichte Behälter mit Gaffatape abdichten,
notfalls in kleine Marmeladengläschen umfüllen und beschriften.
Eitempera hält sich im Kühlschrank, und mit ein wenig Nelkenöl versetzt, wesentlich länger.
Papier gut lagern: staubfrei, plan liegend, lichtgeschützt, trocken,
geschützt vor Knicken, Wellen, Wasserschäden und Vergilben.
Beschädigtes Papier retten: lediglich an den Rändern knapp beschneiden (Resteverwendung s.u.),
und den noch brauchbaren Teil verwenden; vergilbte Bögen mit einer anderen Farbe grundieren;
dem Kindergarten oder der Schule stiften; etc.
Papier sparsam oder zweimal verwenden:
Emails etc. nur wenn nötig ausdrucken, oder auf Altpapier ausdrucken.
Papier möglichst doppelseitig bedrucken,
oder 2 Seiten (A5) auf 1 Seite (A4) unterbringen, das halbiert die Papiermenge.
Schwarzweiß statt Farbdruck ist billiger und umweltfreundlicher.
Einseitig beschriftete / bedruckte A4-Bögen aufheben und als Schmierpapier / Notizzettel verwenden.
Verschnitt z.B. als Notizzettel, Lesezeichen, Grußkarten, Hinweisschilder nutzen.
Makulatur und Fehldrucke kann man erneut überdrucken,
oder für Collagen, als Postkarte etc. verwenden.
Verschnitt / Reste von Aquarell-/Büttenpapier für Farbproben / Farbmuster oder zum Ausprobieren verwenden.

VERBRAUCH REDUZIEREN
Alle Materialien sparsam benutzen (Papier, Farben, Lösungsmittel, Putzmittel, Wasser, etc.)!
Materialien verwenden, bis sie restlos und irreparabel kaputt sind.
Materialien erst entsorgen, wenn sie unbenutzbar, völlig entleert, oder irreparabel defekt sind.
Stofflappen etc., solange sie nur gering verschmutzt sind, weiterverwenden.
Es gibt auch Services für Druckereien,
die wiederverwendbare Stofflappen liefern, abholen, waschen.

IN STUFEN REINIGEN
Wischgaze für Radierplatten: beim Auswischen der Platten
mit einem noch brauchbaren, benutzten Stück Gaze derselben Farbe beginnen,
dann sukzessive auf sauberere Gazestückchen umsteigen.
Bei Lösungsmitteln wie Terpentin analog verfahren:
3 Schraubdeckelgläser mit Lösungsmittel befüllen; den stark verschmutzten Pinsel
im 1. Schraubdeckelglas grob anlösen, im 2. Glas gründlicher auswaschen,
und im 3. Glas die Endreinigung vornehmen.
Danach mit Kernseife o.ä. auswaschen und trocknen lassen.
Mit allen weiteren Pinseln ebenso verfahren.
Die 3 Gläser gut verschlossen aufheben, für die nächste Gelegenheit.
Nach einiger Zeit setzt sich unten das Pigment ab, dann lässt sich
das Lösungsmittel sogar nochmals vorsichtig in ein frisches Glas umfüllen;
den Behälter mit "Farbschlamm" gut verschließen und im Giftmobil entsorgen.



KREATIVE ZWECKENTFREMDUNG
So ziemlich alles aus dem Haushalt lässt sich zweckentfremden
und für Werkstatt oder Atelier benutzen...

WARNUNG: Lebensmittelbehälter und Getränkeflaschen keinesfalls für giftige Stoffe
wie Reinigungs- / Lösungmittel etc. verwenden! Alle solchen Behälter
unübersehbar und eindeutig beschriften (inkl. Warnzeichen)!


Altpapier: Telefonbücher oder alte Romane mit samtig-weichem
Papier sind gut geeignet, um Radierungen auszuwischen;
Zeitungen sind unentbehrlich zum Abdecken, Drucken, oder dienen geknüllt als Polstermaterial.
Aufbewahrung GROSS: Umverpackungen, Pappschachteln, stapelbare Obst-/Bananenkisten, Umzugskartons…;
Aufbewahrung KLEIN: Keksbüchsen, Cremedosen, Zigarrenkistchen, Schuhschachteln,
Marmeladengläser, Joghurtbecher, PET-Flaschen, Flaschen mit Schraub-/Ploppverschluss,
Plastikbehälter mit Deckel, Eiscremeboxen, ...
Kanister von "Aqua dest." sind gut geeignet, um Flüssigkeiten fürs Giftmobil zu sammeln.
Kleidung und alte Schuhe dienen in der Werkstatt als Schutzkleidung.
Weiche Pullover taugen gut zum Auswischen von Druckplatten.
Küchenutensilien lassen sich meist gut weiterverwenden (z.B. Brettchen,
Pfannenwender, Trichter, Plastikschüsseln, Tabletts, Kochlöffel, Messer).
Angeschlagenes Geschirr für Atelierfeste verwenden.
Essstäbchen / Holzspatel sind gut geeignet,
um Farben umzurühren, zu modellieren oder Tuben auszukratzen.
Putzlappen kann man selbst herstellen:
aus Stoffresten, Altkleidern, Handtüchern, Waschlappen, Bettwäsche...
Transport: Kartons aus dem Supermarkt kosten nichts und leisten gute Dienste;
stapelbar und robust sind z.B. die meisten Obst- und Bananenkisten.
Verpackungs- und Versandmaterial kann man mehrmals wiederverwenden,
z.B. Füllmaterial, Blisterfolien, Blisterkuverts, kartonierte Buchversandtaschen, Papprollen
und alle Arten von Pappkartons.
Auf dem Wertstoffhof findet man viel Nützliches,
z.B. funktionerende Kleingeräte und Lampen, Geschirr, Kleinmöbel, Sessel, Bürostühle,
oder im Altholzcontainer Weinkisten (stilvoll und robust), Holz für Druckstöcke, ...

PHASE-OUT
Nach dem Verbrauch des alten Materials ist es Zeit für den "Phase-out".
Hier einige Beispiele für den Umstieg auf nachhaltigere Möglichkeiten:

Flyer, Plakate, Visitenkarten, Kataloge etc. drucken;
bei der Auswahl der Druckerei auf einen umweltfreundlichen Anbieter achten
(Verwendung von FSC-zertifiziertem oder Altpapier, sowie von ungiftigen Farben,
mit EMAS-Zertifikat und nach Umweltstandard ISO 14001).
Farben, Säuren und Lösungsmittel sind meist das Giftigste in Atelier und Werkstatt.
Hier lohnt sich evtl. der Umstieg auf möglichst ungiftige Pigmente ohne Schwermetalle,
auf (selbst angerührte?) Eitempera und Ölfarbe - statt Acryl und Lack.
Druckplatten lassen sich mit einer Mischung aus 2/3 Pflanzenöl,
1/3 Wasser und einem Schuss Geschirrspülmittel reinigen;
Aufbewahrung z.B. in einer ausgedienten Shampoo- oder Duschgel-Flasche.

Verzichten Sie möglichst auf Nitroverdünnung und Pinselenthärter; statt dessen genügen Terpentin und Kernseife,
wenn man die Pinsel immer gleich nach Gebrauch gut reinigt (siehe oben).
Tiefdruck: Statt Kupferplatten (Gewässerschutz…) "drucken" z.B. auch
die Innenseiten von Tetrapak-Tüten (Milch, Saft) oder Kunststoffplatten.
Sandpapierprägungen: Mit Sandpapier kann man einen Aquatinta-ähnlichen Effekt erzielen,
das funktioniert auch auf nichtmetallischen Flächen (z.B. Kunststoff, Verbundkarton),
und zwar ganz ohne Chemie (Säure, Spiritus, etc.).
Reinigungsmittel: Alle benötigten Putzmittel wie Glasreiniger,
Haushaltsreiniger etc. kann man ohne harte Chemie selber mixen
und in entleerte, ausgespülte Behälter und Sprühflaschen abfüllen.
Tipps zur Herstellung z.B hier und hier.
Küchenkrepp, Toilettenpapier und Taschentücher gibt es aus Altpapier, dafür müssen dann keine Bäume gefällt werden.
Stoffhandtücher sind quasi unendlich oft waschbar
und wenn völlig abgenutzt, immer noch als Putzlappen verwendbar).
Handreinigung: Feste Seifenstücke leisten gute Dienste und machen keinen Müll.
Nachfüllbare Seifenspender mit selbst hergestellter Flüssigseife
oder aus möglichst großen Nachfüllpacks auffüllen, um Plastikmüll zu vermeiden.
Für die intensive Handreinigung hilft eine selbst hergestellte
flüssige Mischung aus Spülmittel mit etwas Pflanzenöl.
Frische Farb- oder Schmierölflecken lassen sich mit etwas Pflanzenöl oder Creme
und einem weichen Tuch von der Haut reiben.

MIKROPLASTIK
Mikroplastik ist katastrophal für Umwelt und Gewässer.
Herkömmliche abrasive Handreinigungsmittel und leider auch
viele Putzmittel aus Drogerie und Supermarkt enthalten dieses umweltschädliche Material als Peelingkörper!
Dabei gibt es wirkungsvolle und umweltschonende Alternativen:
Für die Hände genügt Sägemehl (vom Schreiner) oder getrockneter Kaffeesatz,
für Flächen nimmt man Kreide- / Steinmehl, oder Sand.
Struktur- und Glitzerpasten sowie Patina für Acrylmalerei etc.
sind zwar im Trend, aber eben auch aus Mikroplastik und / oder giftigen Chemikalien.
Also Finger weg! Ein gutes Bild wird hat weder Mikroplastik noch Patina nötig.



ENTSORGUNG
Überlegen Sie bitte vorher, was schlussendlich aus einem Kunstwerk wird, ob Bild oder Installation:
Schon ein herkömmliches Acrylgemälde ist eigentlich Sondermüll,
nämlich ein nicht recycelbarer Mix aus Holzleisten, metallenen Klammern und Nägeln,
grundierter Leinwand, Öl-/Acrylfarbe, diversen Pasten und Hilfsmitteln,
oft auch Mikroplastik (Glitzer) und giftigen Chemikalien (Patina, Metalloxide, etc.).
Meiden Sie Verbundstoffe, z.B. Papier + Kunststoff (Verpackungen wie z.B. Tetrapak)
oder Metall + Kunststoff (in Geräten, Kabeln, Rohren!).
Verbundstoffe sind oft miteinander verklebt oder verschmolzen
und lassen sich kaum oder gar nicht trennen, geschweige denn recyceln.
Sie werden deshalb entweder deponiert, exportiert oder verbrannt.
Bitte achten Sie auf eine gründliche Mülltrennung
nach allen Stoffen, die sich irgendwie recyceln lassen:
Papier/Kartonagen, Glas, Metall, Biomüll / Kompost,
Kunststoff, Holz, Kork, Textilien
(sofern sie nicht weiter von Ihnen verwertet werden - siehe oben).
Wertstoffhöfe nehmen Styropor, Altholz, Keramik/Bauschutt,
Tonerkartuschen, Elektrogeräte, Kabel, Akkus und Batterien,
Leuchten / LED, Sperrmüll, etc..
Infos im Rathaus oder bei Ihrem kommunalen Abfallwirtschaftsbetrieb.



SONDERMÜLL INS GIFTMOBIL!
Giftige Materialien gehören keinesfalls in den Ausguss oder Restmüll!
Flüssiges bitte nicht mixen oder zusammenschütten -
das könnte gefährliche chemische Reaktionen geben.
Besser separat und gut verschlossen aufbewahren!
Farbreste, Lacke, Sprays, Lösungsmittel, Säure vom Ätzen,
sowie sonstige obskure Restchen beim Giftmobil abgeben.
Lokale Termine stehen im Internet (Webseiten der Kommunen).

NACHLÄSSE
Noch brauchbares Material an andere Künstler weitergeben:
Informieren Sie z.B. Kollegen mit der Bitte um Weiterverteilung an ihr Netzwerk,
und örtliche Kunstvereine (Weiterleitung an Mitglieder),
machen Sie Aushänge an Anschlagtafeln / Schwarzen Brettern
(in Akademien, VHS, Kulturzentren, Kunstvereine, Museen, etc.).
Schalten Sie Kleinanzeigen in Kunstmagazinen und lokalen Medien.
Spenden Sie Papier, Scheren, Kleber, Bastelmaterial und ungiftige Farben an Kindergarten und Schulen.
Litho-/Tiefdruckpressen finden oft noch Verwendung z.B. an Schulen,
Volkshochschulen, Museen, oder in Atelierhäusern.

LAST BUT NOT LEAST…
Bitte achten Sie auch auf Ihre Sicherheit und Gesundheit:
Feuerlöscher bereit halten,
Schutzkleidung, Schutzbrillen, Atemmasken, Handschuhe verwenden,
für gute Belüftung sorgen,
Pausen machen.

Ich danke für viele nützliche Hinweise und Anregungen:
Carsten Borck, Michael Dillmann, Veronika Flesch,
Wolfgang M. Heckl, Bernhard Nimbach, Bernd Zimmer u.v.a.